Über einen Freiwilligendienst zum beruflichen Erfolg
Viviana Calia aus Hanau nutzt ein Freiwilliges Soziales Jahr um sich beruflich zu orientieren

Viviana Calia bei der Betreuung einer Bewohnerin des AWO Sozialzentrums Bruchköbel

Wie soll es nach dem Schulabschluss weitergehen? Vor dieser Frage stand die 17-jährige Viviana Calia im letzten Sommer. Denn der richtige Ausbildungsplatz wollte sich einfach nicht finden lassen. Viviana hatte daher schon länger darüber nachgedacht, einen Freiwilligendienst nach dem Schulabschluss zu leisten. „Einfach irgendeine Ausbildung beginnen wollte ich nicht“, sagt Viviana in der Rückschau. Auch ein halbes Jahr oder mehr ohne Beschäftigung war für die heute 17-jährige keine attraktive Option: „Ich wollte nicht zu Hause sitzen, sondern etwas Sinnvolles machen und mich dabei auch für die Gemeinschaft engagieren“, beschreibt Viviana ihre damaligen Gedanken. Ein Freiwilligendienst, wie das Freiwillige Soziale Jahr (kurz „FSJ“), war für sie genau das richtige. Der Berufsberatung verdankt sie diesen Tipp, über einen Freiwilligendienst im sozialen Bereich nachzudenken und so die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen oder Senioren zu unterstützen. Viviana nahm daraufhin mit den Freiwilligendiensten der AWO Hessen-Süd Kontakt auf und konnte in kurzer Zeit einen interessanten Platz in Bruchköbel finden.

Im Seniorenwohnheim der Arbeiterwohlfahrt macht Viviana nun seit vergangenem August einen Freiwilligendienst in der Pflege. „Viele machen einen Freiwilligendienst in der Betreuung der älteren Menschen und weniger in der Pflege selbst“, sagt die Leiterin des AWO-Hauses, Carmen Bube. Für Viviana ist das aber genau das richtige. Sie freut sich darüber, die älteren Menschen zu unterstützen und begleitet sie auf ihrem Wohnbereich über den Tag verteilt. Rund 20 Senior*innen leben auf Vivianas Wohnbereich. Morgens beginnt Viviana gemeinsam mit den anderen Mitarbeitenden im Wohnbereich das Frühstück vorzubereiten. Viviana bringt das Frühstück in die Zimmer der Bewohner*innen, die nicht mehr so mobil sind. Sozusagen ein Zimmerservice. Neben den Mahlzeiten unterstützt sie die Bewohner*innen aber auch in anderen Bereichen, begleitet sie zum Arzt oder sorgt dafür, dass jeder Bewohner seine gereinigte Wäsche erhält. Dabei ist auch immer wieder etwas Zeit für Gespräche. Zusätzlich erhält sie einen Einblick in die pflegerische Arbeit der Kolleg*innen auf dem Wohnbereich.

Und Corona?

Die aktuelle Corona-Pandemie stellt natürlich auch die Freiwilligen in Pflegeeinrichtungen vor Herausforderungen. „Hygiene war auch vor der Corona-Pandemie wichtig. Verändert hat sich aber, dass ich nun häufiger Mundschutz trage oder ich mich jedes Mal, wenn ich das Haus betrete oder auch nur kurz verlasse, komplett umziehe“, erklärt Viviana. Wie Viviana sind alle Mitarbeitenden auf eine lückenlose Hygiene im Haus sensibilisiert. Das zeigt Wirkung. Bis jetzt gab es keinen Corona-Fall im AWO Sozialzentrum Bruchköbel.

Bildungsseminare bereiten auf die Einsatzstelle und den weiteren beruflichen Werdegang vor

Viviana verbringt ihren Freiwilligendienst aber nicht nur im Seniorenheim in Bruchköbel. Die 17-Jährige nimmt im Laufe ihres Freiwilligen Sozialen Jahres auch an verschiedenen Seminaren der AWO Hessen-Süd teil. Allen voran steht der Kennenlerntag der Freiwilligen: „Alle sind neu, wissen noch nicht was sie die nächsten Monate erwarten wird. Der Kennenlerntag hat da richtig viel Spaß gemacht“, sagt Viviana. Über die einjährige Dauer des Freiwilligendienstes gibt es mehrere Bildungsseminare, berichtet sie weiter. „Es gibt Themen mit direktem Bezug zur jeweiligen Einsatzstelle. So haben alle FSJ’ler im Altenhilfebereich gemeinsam ein Hospiz besucht und über das schwierige Thema Sterbehilfe gesprochen. Es finden aber auch Seminare zu allgemeinen Themen statt, wie etwa zur eigenen beruflichen Perspektiven. Die Seminare machen viel Spaß und man lernt schnell neue Leute kennen, die auch einen Freiwilligendienst machen“, berichtet sie. „Die Seminare halfen mir auch dabei, besser herauszufinden, was ich mir vom Berufsleben erwarte. Das hat es mir leichter gemacht, meinen Weg nach dem FSJ zu finden“, so Viviana.

Interesse an sozialen Berufen geweckt

Eigentlich endet im August für Viviana das FSJ. „Weil es mir so viel Spaß macht, habe ich bis Mitte September verlängert“, berichtet Viviana froh. Schon jetzt zieht sie ein positives Resümee ihres Freiwilligendienstes: „Ich habe viele nette Menschen kennen gelernt und einiges über meine eigenen beruflichen Wünsche erfahren. Der Einblick in die verschiedenen Berufsbilder hat bei mir viel Interesse für die sozialen Berufe geweckt“, so Viviana. Das ist vielleicht auch ein Grund, warum sie schon klar weiß, wie es nach ihrem FSJ weiter geht: „Ich habe einen Ausbildungsplatz bei der AWO bekommen und freue mich schon auf die Ausbildung zur Pflegefachkraft ab Oktober“, freut sich Viviana.

Mehr über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes erfahren Sie im Internet unter https://www.awo-hs.org/freiwilligendienste/ und gerne auch am Telefon unter 069/42009-270. Auch über Instagram sind die Freiwilligendienste der AWO Hessen-Süd erreichbar: @awo_freiwilligendienste