Für eine nachhaltige und solidarische Zukunft
AWO Perspektiven Bildung nimmt an Fachkräfteaustausch von AWO International teil

AWO Perspektiven Bildung gGmbH
Hernán Argueta (Honduras, links) und Keily Carbajal (mitte) und Andrea Liberona (rechts) bei der Vorstellung ihres Deutsch-honduranischen Miniprojekts zur Nachhaltigkeit.

Die AWO Hessen Süd mit der AWO Perspektiven Bildung gGmbH nimmt aktuell, vertreten durch Andrea Liberona, an einem Fachkräfteaustausch von AWO International zur Stärkung und Teilhabe Jugendlicher und benachteiligter Gruppen teil. Jetzt kam der freudig erwartete Besuch aus Honduras.

Hernán Argueta ist ein junger engagierter Mann aus Honduras, einem Land, das mit einem Bruttoinlandsprodukt von 2,609 US Dollar (2016) von extremer Armut betroffen ist. Trotz Kriminalität, Korruption und unsicheren politischen Verhältnissen, informiert und unterstützt er vor Ort junge Menschen und deren Familien, die sich auf den gefährlichen Weg der irregulären Migration in die USA begeben wollen. Durch das Aufzeigen der Risiken dieses Weges und dem gemeinsamen Erarbeiten von nachhaltigen Bleibeperspektiven in Honduras leistet er innerhalb der christlichen Organisation OCDIH als Projektpartner der AWO International einen Beitrag zur Fluchtursachenbekämpfung in der Region. . Bildungs- und einkommensschaffende Maßnahmen stehen hier im Mittelpunkt und sollen Jugendlichen und jungen Erwachsenen neue Perspektiven für ein selbst bestimmtes Leben in Honduras aufzeigen. Keily steht als  mutige junge Psychologin aus Honduras für eine Bevölkerung, die sich entschieden hat zu bleiben, und durch aktive, ehrenamtliche Jugendarbeit nachhaltige Bleibeperspektiven für junge Menschen eröffnet.

Auf Einladung von AWO International nimmt Hernán an einem Fachkräfteaustausch zwischen Mittelamerika, Mexiko und Deutschland teil. Je sieben Vertreter*innen von regionalen AWO-Organisationen, des Jugendwerks sowie den Partnerorganisationen von AWO International sind an der länderübergreifenden Zusammenarbeit beteiligt. Ein Ziel ist der Aufbau neuer Mini-Projekte in Länderübergreifenden Partnerschaften für eine nachhaltige und solidarische Zukunft in Mittelamerika und Deutschland. Keily, als Repräsentantin der ehrenamtlichen Jugendarbeit traf sich in Deutschland mit  Aktiven deutscher Jugendorganisationen.

Andrea Liberona, Teamkoordinatorin der Maßnahme Qualifizierung und Beschäftigung der AWO Lernwerkstatt, bringt hier insbesondere die Perspektive der deutschen Jugendarbeit in die Diskussion ein. Neben der gemeinsamen Erarbeitung eines grenzüberschreitenden Projektes mit der Intention die Ziele für nachhaltige Entwicklung der UNO, sowohl in der Arbeit mit Jugendlichen in Honduras als auch in Deutschland umzusetzen, steht der inhaltliche Austausch über Arbeitsmethoden und Strukturen im Fokus.

Im Rahmen dieses Austausches besuchte Hernán die Arbeitsstätte von Andrea und konnte sich ausführlich mit den hiesigen Jugendlichen, welche sehr interessiert an den Lebensumständen in Honduras waren, unterhalten. Auch lernte er das Dietzenbacher Haus der Integration kennen, wo ihm Herr Imad Uddin sowohl das Aufnahmeheim, als auch die Beratungsangebote für Geflüchtete zeigte. Frau Maud Möller führte ihn durch das Bildungshaus und berichtete über dessen Funktion als integrierendes Element innerhalb Dietzenbachs. Schließlich wurde Hernán auch im Rathaus willkommen geheißen. Herr Dieter Kliem vom Fachbereich Soziale Dienste erklärte die Organisationsstruktur der Gemeinde und berichtete von den Herausforderungen und Erfolgen der Arbeit besonders in Bezug auf geflüchtete Neuankömmlinge.

Andrea Liberona wird im Austauschprojekt im März 2020 für zwei Wochen nach Honduras und Guatemala reisen, um sich über die Ergebnisse und Erfolge des internationalen Nachhaltigkeitsprojektes auszutauschen und die Arbeit vor Ort kennen zu lernen.

Seit 2007 führt AWO International in Mittelamerika Programme zur Jugendförderung und Gewaltprävention durch. Gemeinsam mit Partnerorganisationen unterstützt die AWO Jugendliche dabei, ihre Rechte einzufordern und sich für ihre Belange einzusetzen. Ein wichtiger Aspekt in allen Projekten sind die Themen sexuelle Gewalt und Sexualaufklärung. Seit 2015 ist die Arbeitsmigration ein weiterer Schwerpunkt.