Der Freiwilligendienst hilft bei der beruflichen Orientierung
Luisa Roth aus Wiesbaden macht einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) in einer Kindertagesstätte

Luisa Roth absolviert in der AWO Kindertagesstätte Heßloch einen Bundesfreiwilligendienst.

Was mache ich, wenn meine Ausbildung nicht das richtige für mich ist? Vor dieser Frage stand die 18-jährige Luisa Roth vor einiger Zeit. Nach der Schule entschied sie sich für eine Ausbildung zur Finanzwirtin. Doch die Ausbildung war für sie nichts, wie sie heute weiß. Schon nach einiger Zeit zog sie die Reißleine und brach die Ausbildung ab. Luisa stand nun unverhofft vor der Frage, wie es weitergehen soll. Das Ausbildungsjahr war bereits in vollem Gange. Vielleicht hätte sie noch irgendwo ein Praktikum machen oder doch eine Auszeit nehmen können. „Ich wollte Zeit haben, mir Gedanken über meine berufliche Zukunft zu machen“, sagt Luisa in der Rückschau. Aber ein halbes Jahr oder mehr ohne Beschäftigung war für die heute 18-jährige keine attraktive Option: „Ich wollte nicht zu Hause sitzen, sondern etwas Sinnvolles machen“, beschreibt Luisa ihre damaligen Gedanken. Da kam ihr die Möglichkeit für einen Bundesfreiwilligendienst – kurz „BFD“ – genau recht. Luisa dachte sich, dass ein Freiwilligendienst in der AWO Kindertagesstätte Heßloch in Wiesbaden das richtige wäre. Spontan machte sie einen Vorstellungstermin bei der Leitung der Kindertagesstätte. „Ich fühlte mich sofort willkommen und aufgenommen“, berichtet sie aus dem damaligen Gespräch. Nach einer Kontaktaufnahme mit den Freiwilligendiensten der AWO Hessen-Süd stand einem BFD in der Kindertagesstätte nichts mehr im Weg. Schnell konnte es für Luisa losgehen.

Das ist nun fast einige Monate her. Seither beginnt Luisas Tag um 7 Uhr morgens. Gemeinsam mit ihren Kolleg*innen bereitet sie das Frühstück für die 24 Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren vor. Über den weiteren Tag verteilt übernimmt sie verschiedene Aufgaben, bastelt mit den Kindern, unterstützt beim Mittagessen oder spielt mit den Kindern im Außenbereich. Der Tag in der Kindertagesstätte Heßloch ist abwechslungsreich und macht der 18-jährigen viel Spaß.

Und Corona?

Die aktuelle Corona-Pandemie stellt natürlich auch die Freiwilligen in Kindertagesstätten vor Herausforderungen. Durch die Corona-Pandemie wurde die Kindertagesstätte, wie viele andere im Land, vorsorglich geschlossen. Die Wucht, mit der das Corona-Virus auf das öffentliche Leben einschlug, hatte auch Luisa anfangs überrascht. „Inzwischen haben wir das Beste daraus gemacht. Wir nutzen jetzt die Zeit und renovieren etwas. Daneben gibt es auch einige Büroarbeiten zu erledigen. Wir bereiten uns auch schon auf die Zeit vor, wenn wir wieder öffnen können“, erklärt Luisa den Umgang mit der Zwangsschließung. Aber auch in dieser schwierigen Zeit bleibt die Kindertagesstätte mit Ihren Schützlingen im Kontakt. Dazu versendet die Kindertagesstätte kleine Briefe an die Kinder, mit Malaufgaben und Bastelvorlagen. „Wir wollen die Kinder wissen lassen, dass wir sie vermissen“, sagt Luisa zu der Aktion. Auf einem großen Plakat vor der Kindertagesstätte sind die liebevoll ausgemalten Regebogenbilder der Kinder aufgehängt. 

Bildungsseminare bereiten auf die Einsatzstelle und den weiteren beruflichen Werdegang vor

Luisa verbringt ihren Freiwilligendienst aber nicht nur in der AWO Kindertagesstätte Heßloch in Wiesbaden. Die 18-Jährige nimmt im Laufe ihres Bundesfreiwilligendienstes auch an verschiedenen Seminaren der AWO Hessen-Süd teil. Allen voran steht der Kennenlern-Tag der Freiwilligen: „Alle sind neu und wissen noch gar nicht, was sie die nächsten Monate erwarten wird. Der Kennenlerntag hat da richtig viel Spaß gemacht. Einige Teilnehmende sind auch echte Freunde geworden“, sagt Luisa. Über die einjährige Dauer des Freiwilligendienstes gibt es mehrere Seminare, berichtet sie weiter. Es finden aber auch Seminare zu allgemeinen Themen statt, wie etwa zur eigenen beruflichen Perspektiven oder zum Umgang mit „Hate Speech“ in den Sozialen Netzwerken. „Die Seminare sind interessant und machen viel Spaß. Man kriegt auch mit, was andere in ihrem Freiwilligendienst machen“, berichtet sie. „Die Seminare halfen mir auch dabei, besser herauszufinden, was ich mir vom Berufsleben erwarte. Das hat es mir leichter gemacht, meinen Weg nach dem BFD zu finden“, sagt Luisa.

Interesse an sozialen Berufen geweckt

In wenigen Monaten endet für Luisa das BFD, aber schon jetzt hat sie eine Perspektive, wie es weitergehen soll: „Ich habe viele schöne Erfahrungen sammeln können. Insgesamt hat mir das BFD schon jetzt geholfen, meinen beruflichen Weg zu finden“, sagt Luisa. Die Bewerbung zur Ausbildung als Sozialassistentin hat Luisa schon auf den Weg gebracht. Danach möchte sie die Ausbildung zur Erzieherin angehen. „Ich kann ein BFD nur jedem empfehlen, der etwas Zeit für seine berufliche Orientierung benötigt und würde es selbst jeder Zeit wieder so machen“, ist Luisa überzeugt.

Mehr über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes erfahren Sie im Internet unter https://www.awo-hs.org/freiwilligendienste/ und gerne auch am Telefon unter 069/42009-270. Auch über Instagram sind die Freiwilligendienste der AWO Hessen-Süd erreichbar: @awo_freiwilligendienste 

Pressekontakt:

David Sabau, Freiwilligendienste der AWO Hessen-Süd
Tel.: 069/42009264, E-Mail: David.Sabau@awo-hs.org