„Entscheidung im Sinne der Betroffenen“
Freie Wohlfahrtspflege in Hessen begrüßt Entscheidung: Überregional agierender Landeswohlfahrtsverband (LWV) bleibt zuständig für Eingliederungshilfe

Anlässlich der heute im Landtag stattfindenden ersten Lesung zum Gesetzentwurf zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) in Hessen hat die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen e. V. die Entscheidung der schwarz-grünen Landesregierung begrüßt, den Landeswohlfahrtsverband (LWV) auch weiterhin als Träger der Eingliederungshilfe einzusetzen.

Sie folgt damit den Forderungen der Liga Hessen für gleichwertige Lebensverhältnisse von Menschen mit Behinderung in ganz Hessen. „Es ist eine Entscheidung im Sinne der Betroffenen, da der LWV als kompetenter und erfahrener Leistungsträger für einheitliche Standards sorgt und damit die Möglichkeit der Inklusion vor Ort nicht von der Finanzlage der Kommunen abhängig ist", stellt Liga-Vorsitzender Nils Möller fest.

Das Solidarmodell des LWV hat sich über Jahrzehnte hinweg erfolgreich bewährt. Die Liga Hessen hat immer den Fortbestand dieses überregional verantwortlichen Trägers unterstützt. „Wir sind froh, dass sich die Landesregierung zu diesem Schritt entschieden hat. Im nächsten Schritt muss es nun darum gehen, dass sich der LWV regional noch besser aufstellt, um gemeinsam mit den Kommunen, den Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderung und den Leistungserbringern vor Ort eine schnelle, gut zugängliche und am inklusiven Sozialraum orientierte Hilfe ermöglichen zu können", fügt Rita Henning hinzu, Vorsitzende des Liga-Arbeitskreises „Menschen mit Behinderungen".

Laut dem aktuell eingebrachten Gesetzentwurf zum Bundesteilhabegesetz in Hessen wird der LWV ab 2020 für erwachsene Menschen mit Behinderung zuständig sein, die Kreise und kreisfreien Städte für Kinder und Jugendliche („Lebensabschnittsmodell"). Mit Eintreten ins Erwachsenenalter geht die Zuständigkeit an den überörtlichen Träger der Eingliederungshilfe, den Landeswohlfahrtsverband Hessen, über.