AWO Hessen-Süd: Bezirksausschuss fordert nach Task-Force Bericht Neuanfang beim Bezirksverband
Die vom AWO Bezirksverband Hessen-Süd eingesetzte Task-Force unter der Leitung von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin hat ihren abschließenden Bericht vorgelegt.

Er wurde in der Sitzung des Bezirksausschusses am 31.10.2020 gemeinsam mit Frau Däubler-Gmelin diskutiert und nach ausführlicher Beratung wurde einstimmig festgestellt:

  1. Der Bezirksverband ist in einer verbandlichen und wirtschaftlichen Krise.
  2. Der Task-Force unter Leitung von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin wird für ihre Arbeit ausdrücklich gedankt. Den Empfehlungen der Task-Force schließt sich der Bezirksausschuss an.
  3. Die Analyse der Bezirksgeschäftsführung und die daraus abgeleiteten Maßnahmen werden voll umfänglich mitgetragen.
  4. Der Bezirksgeschäftsführung wird empfohlen alle erforderlichen Schritte zur nachhaltigen Sanierung einzuleiten, hierzu gehört auch die Prüfung und Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen.
  5. Der Bezirksausschuss empfiehlt dem Bezirksverband dringend eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Bundesverband.

Aufgabe der Task-Force war es, mit Unterstützung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte, die Strukturen und die Geschäftstätigkeit im Verantwortungsbereich der AWO Hessen-Süd zu untersuchen, Missstände und Unklarheiten aufzuklären und Empfehlungen für mögliche Konsequenzen und Veränderungen vorzulegen.

Der Bericht der Task-Force kritisiert sehr deutlich Geschäftsvorfälle in der Vergangenheit, die nicht zum Wohle der AWO Hessen-Süd getätigt wurden, hier insbesondere der Verkauf von zwei Immobilien in Bruchköbel und Langgöns. Als ebenso kritisch werden Darlehen von Privatpersonen an die AWO bewertet. Darüber hinaus sieht die Task-Force in weiteren Punkten Aufklärungsbedarf, vor allem in Bezug auf die geschäftlichen Verbindungen des ehemaligen Generalbevollmächtigten, Torsten Hammann, mit der AWO.

Im Hinblick auf die Bezirkskonferenz und die Wahlen zum Bezirksvorstand am 28.11.2020 empfiehlt die Task-Force die Nicht-Entlastung des Bezirksvorstandes und einen personellen Neubeginn.

In seiner Sitzung am 26. Oktober hatte sich der Bezirksvorstand schon mit dem Bericht der Task Force beschäftigt und entschieden, für die Wahl des neuen Vorstands bei der Bezirkskonferenz am 28. November auf eigene Personalvorschläge zu verzichten, da er einen personellen Neubeginn für erforderlich hält.

Nachdem im Sommer bereits ein Teil der Geschäftsbeziehung mit dem ehemaligen Generalbevollmächtigten der AWO Hessen-Süd, Torsten Hammann, beendet wurden, wurde durch den neuen Bezirksgeschäftsführer, Ulrich Bauch, der noch bestehende Beratervertrag außerordentlich gekündigt. Auch die Zusammenarbeit mit bisherigen Dienstleistern in den Bereichen Recht, Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung wurde beendet.

 

Pressekontakt:
Susanne Magnus
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der AWO Hessen-Süd
Tel.: 069/42009125, E-Mail: susanne.magnus(at)awo-hs.org

Information:
Der Bezirksverband der AWO Hessen-Süd besteht aus 19 Kreisverbänden. Der Bezirksausschuss ist das höchste Gremium zwischen den Bezirkskonferenzen. Er setzt sich zusammen aus dem Bezirksvorstand, je einem*einer Vertreter*in der Kreisverbände und des Bezirksjugendwerks.