AWO Hessen-Süd: Neue Wege für moderne Häuser mit hoher Lebensqualität und bester Versorgung
Beitrag im Rahmen der Transparenzseite des Bezirksvorstands der AWO Hessen-Süd

Die AWO Hessen-Süd hat Wege gesucht, ihre Häuser aus den 1960er und 1970er Jahren umfasst zu modernisieren, auch ohne Eigenmittel hierfür zur Verfügung zu haben. Die dafür gefundene Möglichkeit waren Partnerschaften zwischen Immobiliengesellschaften und der AWO. Im Ergebnis kann die AWO heute so moderne Pflege in zeitgemäßen Gebäuden mit hoher Lebensqualität für die Bewohner*innen vorweisen.

Eines der Probleme im Bereich der Seniorenpflege ist die zunehmende Überalterung der Gebäude. Diese entsteht dadurch, dass es keine ausreichende Refinanzierung über die anerkannten Investitionskostenregelungen mit den Sozialhilfeträgern gibt. Die bestehenden Regelungen reichen zwar überwiegend für laufende Schönheitsreparaturen und notwendige Instandhaltungen aus. Aber nicht zu einer oft notwendigen Gesamtsanierung, um die Einrichtungen auf einen zeitgemäßen baulichen Zustand zu bringen.

Dieses Problem erkannte die AWO Hessen-Süd schon in den Jahren 2005/2006. Die Häuser des Verbandes wurden überwiegend in den 1960er und 1970er Jahren errichtet, waren zu dieser Zeit moderne Pflegeeinrichtungen, wiesen aber überwiegend nur Doppel- oder Dreibettzimmer auf mit gemeinschaftlich genutzten Toilettenanlagen. Aufenthalts- und Therapieräume, wie sie heute zum Standard gehören, waren damals Mangelware.

Angeregt durch den Weg verschiedener Landkreise, überlegte die AWO Hessen-Süd auch den Weg zur Sanierung ihrer Einrichtungen über ein Public-Private-Partnership-Modell (PPP) zu gehen. Vorbild war damals zum Beispiel der Kreis Offenbach, der seine Schulgebäude über ein PPP-Modell betrieb.

Unter viel Aufmerksamkeit der Fachwelt und der Öffentlichkeit wurden vier Einrichtungen an eine Immobiliengesellschaft verkauft und zurückgemietet. Die Verträge beinhalteten auch die Sanierung, nach Vorgabe der AWO Hessen-Süd. Für die Bewohner*innen, Angehörige und Mitarbeiter*innen entstanden lediglich Belastungen durch die Modernisierungsphase im laufenden Betrieb.

Heute sind die Einrichtungen sowohl in der inhaltlichen Arbeit als auch in ihrem baulichen Zustand auf einem hohen Niveau und für die Bewohner*innen auch von ihrem wohnlichen Charakter sehr gut angenommen.

Die AWO Hessen-Süd hat sich immer als Spezialistin für Pflege, Betreuung und Begleitung pflegebedürftiger Menschen angesehen, aber nie als Spezialistin für Gebäude- und Immobilienmanagement. Daher ist die strategische Zusammenarbeit mit Vermietern aus dem Gebäudemanagement und der AWO Hessen-Süd als einer kompetenten Betreiberin für Senioreneinrichtungen durchaus sinnvoll. Viele Anbieter in ganz Deutschland sind diesem Beispiel gefolgt.

Der Hauptvermieter der Gebäude der AWO Hessen-Süd ist die Firma Hemsö mit Sitz in Berlin. Hemsö ist der Verwalter eines schwedischen Rentenfonds und von daher nicht auf kurzfristig, hohe Gewinne aus, sondern sucht langfristige sichere Kapitalanlagen, die er nur mit einem verlässlichen Betreiber und einer guten Zusammenarbeit erzielen kann. Daher sind auch die Kosten für die Bewohner*innen und die Kostenträger, trotz einer Gesamtsanierung nur unerheblich gestiegen, obwohl die Wohn- und Aufenthaltsqualität nach der Sanierung deutlich höher ist.

Die AWO Hessen-Süd ist diesen Weg weiter gegangen und hat 2015 und 2016 auch die Einrichtungen in Bruchköbel und Langgöns verkauft. Dadurch ist es gelungen auch diese Einrichtungen zu modernisieren, spezielle Bereiche für demenziell erkrankte Bewohner*innen zu schaffen, fast alle Doppelzimmer abzubauen und in Einzelzimmer umzuwidmen. Die Kosten für die Bewohner*innen und die Kostenträger haben sich damit nicht erhöht. Ebenfalls wurde eine „Mietpreisbremse“ in den Verträgen festgelegt. In den Mietverträgen ist festgeschrieben, dass eine Mieterhöhung nur mit Zustimmung der Kostenträger erfolgen kann.

Die AWO Hessen-Süd blickt nach einer intensiven Modernisierungsphase nun auf eine moderne Immobilienstruktur im Altenhilfebereich, die es ca. 2.000 pflegebedürftigen Menschen ermöglicht, umsorgt, fachkompetent gepflegt zu werden und auf hohem Wohnniveau in den Einrichtungen ihren Lebensabend zu verbringen.