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Freiwilligendienst bei der AWO

Erfahrungsbericht von Yahya

„Vor meinem FSJ war mein Leben durch das absolute Chaos geprägt, aber die Arbeit hat mir eine unglaubliche Stabilität gegeben.“

An was denkst Du als Erstes, wenn Du an Deinen Freiwilligendienst denkst?

Yahya: Das Erste an das ich denken muss, ist, dass das FSJ bei der AWO für mich ein Lebensabschnitt der Veränderung war. Alles was in diesem Jahr passiert ist, war für mich eine ständige Veränderung und hat positive Konsequenzen in meinem Leben bewirkt.

Welche Begegnung hat Dich besonders beeindruckt und warum?

Yahya: Einerseits fand ich die Seminare immer eine erfrischende Erfahrung. Die Begegnungen haben in einem ganz anderen Rahmen stattgefunden als zuhause. Ich wohne in einer WG, in der ich viel mehr Freiheiten habe, als auf den Seminaren und das bedeutete für mich dann doch eine Einschränkung. Aber dafür war es dann immer voll nice mit den Leuten eine Woche zusammen zu chillen. Nach den Seminaren habe ich dann auch gemerkt, dass die Zeit super schnell vorbeigeht, weil wir wirklich coole Sachen gemacht haben.

Andererseits hatte ich in der Einsatzstelle tolle Begegnungen mit den Kids. Zum Beispiel sind die nach den ersten Ferien auf mich zu gerannt, haben mich in den Arm genommen und wollten mit mir spielen. Gerade diese Begegnungen fand ich richtig krass, weil ich mit den Kleinen überhaupt erst drei Monate zusammengearbeitet habe, das aber tagtäglich. Die Kids hatten sich in der kurzen Zeit schon an mich gewöhnt und haben sich richtig auf mich gefreut.

Was hast Du über Dich gelernt, während Deines Freiwilligendienstes?

Yahya: Was habe ich über mich selbst gelernt? Ich habe viel über meine Grenzen erfahren. 37 bis 40 Stunden zu arbeiten ist schon hart. Und dabei noch ziemlich schlecht bezahlt zu werden, macht es auch nicht leichter. Aber natürlich führt man sich immer wieder vor Augen, warum man das macht. Die Arbeit hat ja auch eine Bedeutung. Ich habe für mich gelernt, dass es für mich okay ist, am Ende des Monats auf mein Konto zu schauen und festzustellen, dass ich gar nicht viel Geld habe, obwohl ich so viel arbeite. Ich habe die Arbeit aus ideellen Gründen gemacht und auch für die Zukunft zu schauen, ob ich diese Arbeit gerne machen möchte. Und das ist einer der Hauptdinge, die ich über mich gelernt habe: Ich möchte in der sozialen Arbeit tätig sein.

Was war das Schönste an Deinem Freiwilligendienst?

Yahya: Einerseits fand ich – wie erwähnt – die Seminare voll gut, weil es total viel Raum für die FSJler gab sich auch selbst einzubringen. So Sachen wie das Video Projekt, welches wir im Abschluss-Seminar hatten, haben mich schon richtig begeistert. Dicke Probs für die Idee! Selbst ein Video zum Freiwilligendienst zusammen zu schneiden, ist eins` der geilsten Sachen, die wir gemacht haben. Es war so lustig, es war so ultimativ geil. Vielleicht muss ich mal kurz erklären, was wir gemacht haben. Wir haben uns als allererstes einen Dokumentarfilm angeschaut und haben dann die Aufgabe bekommen, selbst einen gefakten Dokumentarfilm zu drehen zu unserem eigenen FSJ. Wir hatten dann verschiedene Rollen, in der einmal die Perspektive der Eltern, einmal die Perspektive der Anleiterinnen und einmal die Perspektive der FSJler dargestellt wird. Wir durften uns da einfach austoben und das Ergebnis war superwitzig und ultranice.

Aber daneben konnte ich auch meinen eigenen Workshop zu einem selbstgewählten Thema geben. Das war megasinnvoll um Erfahrung in der Bildungsarbeit zu sammeln.

Andererseits war auch die Arbeit auf der Einsatzstelle superschön. Denn ich hatte einen richtig guten Draht zu meinem Team. Wir sind abends häufiger mal was trinken gegangen und haben auch häufig privat `was unternommen. Wir waren auf der Einsatzstelle einfach voll viele junge Leute und dann kann man abends auch mal losgehen und gemeinsam `was machen. Das waren die Momente, in denen ich mir gedacht habe: „Geil, das sind die Leute mit denen ich tagsüber zusammenarbeite und abends die Leute mit denen ich etwas unternehme!“

Welchen Einfluss hatte der Freiwilligendienst auf Deine Zukunftspläne?

Yahya: Da das FSJ relativ stringent und arbeitsintensiv ist, habe ich jetzt eine hohe Toleranz, was das Arbeitspensum angeht. Ich bin jetzt wirklich froh, wenn ich nur noch 20 Stunden in der Woche arbeiten muss. Wenn man mich vorher gefragt hätte, hätte ich auch bezweifelt, ob ein FSJ Sinn macht, aber inzwischen würde ich jedem Menschen ein FSJ empfehlen, der nicht weiß, was er oder sie machen will. Denn ein FSJ gibt Einblicke in den sozialen Bereich. Es ist relativ schnell möglich sich darüber bewusst zu werden, ob das etwas für einen ist oder nicht. Und ich glaube ja, dass ein FSJ die Menschlichkeit eines oder einer jeden herausfordert. Meiner Meinung nach schlummert in jedem von uns diese Menschlichkeit, nur manche nehmen diese gar nicht mehr war.

Es ist für mich halt so: Soziale Berufe werden zwar nicht super bezahlt und das Einstiegsgehalt lockt nicht wirklich in dem Arbeitsfeld aktiv zu werden. Aber trotzdem sind viele Menschen in dem Bereich tätig. Und warum sind die das? Bestimmt nicht, weil diese Menschen sagen, dass es ein geiler Job ist, bei dem man viel Geld verdienen und chillen kann. Nein, die machen diese Arbeit, weil sie eine Überzeugung haben. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich diese Überzeugung meiner Kolleginnen und Kollegen von der Wichtigkeit dieser Arbeit beeinflusst hat. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass dieser Funke potenziell auch auf jeden anderen überspringen kann.

Außerdem haben sich für mich super viele Optionen und Möglichkeiten für die Zukunft ergeben. Ich habe eine Vollzeitstelle im Anschluss bekommen. Ich habe eine Honorarkraftstelle angeboten bekommen. Und das alles, weil ich schon im sozialen Bereich gearbeitet habe. Das ist ein Riesenfaktor gewesen.

Würdest Du einen Freiwilligendienst weiterempfehlen und warum?

Yahya: Ich würde einen Freiwilligendienst auf jeden Fall weiterempfehlen und das habe ich auch schon mehrere Male getan. Ein FSJ ist eine richtig gute Möglichkeit im Sinne eines Orientierungsjahres. Man hat die Möglichkeit zu schauen, ob ich in dem oder dem Bereich arbeiten möchte. Aber es hat mir auch eine unglaubliche Stabilität in meinem Leben gegeben. Davor war mein Leben wirklich durch ein absolutes Chaos geprägt und durch das FSJ und die Arbeit hatte ich eine richtige Konstante. Und diese Stabilität ist bis jetzt bestehen geblieben. Dementsprechend kann das aus mehreren Perspektiven einfach nur Sinn ergeben.

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