Die AWO Hessen-Süd feierte ihren 70. Geburtstag
Fest für die ganze Familie in Butzbach

Der Chor „AWO Disharmoniker“ lud mit seinen Einlagen zum Mitsingen ein. (Foto: Swen Klingelhöfer)
Freuten sich über den 70. Geburtstag der AWO (v.l.): Hier der Bürgermeister von Langgöns Horst Röhrig, Butzbachs Stadtverordnetenvorsteher Matthias Görlach, AWO Generalbevollmächtigter Torsten Hammann, AWO Betriebsleitung Anja Asmussen, SPD Generalsekretärin Nancy Faeser MdL, SPD Bundestagskandidatin Natalie Pawlik, AWO Vorsitzender Willy Jost und Butzbachs Bürgermeister Michael Merle. (Foto: Swen Klingelhöfer)
Rhythmische Klänge brachte die AWO Trommelgruppe aus Gießen in das Festzelt (Foto: Swen Klingelhöfer)
Die Mitglieder der AWO Trommelgruppe dankten mit T-Shirts für die herzliche Unterstützung der AWO. (Foto: Swen Klingelhöfer)
Festrednerin war die Generalsekretärin der SPD Hessen und AWO-Mitglied Nancy Faeser MdL. (Foto: Swen Klingelhöfer)

Mit einem Fest für die ganze Familie hat die AWO am Sonntag (27.8.) ihren 70. Geburtstag gefeiert. Auf dem Wiesengrundstück neben dem AWO Sozialzentrum Degerfeld gab es für kleine und große Gäste einiges zu entdecken.

Den Beginn machte Willy Jost, der Vorsitzende der AWO Hessen-Süd. Er verwies in seiner Eröffnungsrede auf die Entwicklungen der Arbeiterwohlfahrt in Hessen und im Besonderen der AWO Hessen-Süd, deren Tätigkeitsgebiet von Viernheim an der Bergstraße bis Lauterbach im Vogelsberg reicht.

 

Während die AWO Hessen-Süd in den ersten Jahren ihrer Gründung sehr aktiv im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe war, verstärkte sich das Engagement der rund 53.000 Mitglieder um den Bereich der Altenhilfe. Fast 6.000 Menschen engagierten sich um 1950 für die AWO Hessen-Süd ehren- und hauptamtlich in einer der damals 17 Einrichtungen. Auf die Wiederaufbauphase, die gegen Ende der 50er Jahre abgeschlossen war, folgte eine Zeit der Festigung und des Ausbaus. Einen Höhepunkt des ehrenamtlichen Engagements erlebte die AWO Ende der 1970er Jahre, als binnen zwei Jahre über 4.000 Veranstaltungen, mit rund 370.000 Teilnehmern gezählt wurden.

In den folgenden Jahren verstärkte sich auch das professionelle Engagement der Arbeiterwohlfahrt Hessen-Süd: 1980 zählte man im Bereich der Pflege schon rund 900 Plätze. Nach der Jahrtausendwende erweiterte sich die AWO Hessen-Süd und umfasst heute auch den Bereich der Behindertenhilfe, der Migrationsberatung, Freiwilligendienste und Kurberatung. 18.000 Mitglieder zählt die AWO Hessen-Süd heute, rund 3.000 Menschen haben bei ihr einen Arbeitsplatz.

 

Torsten Hammann, seit 2016 Generalbevollmächtigter der AWO Hessen-Süd und ihrer Gesellschaften, erinnerte in seiner Rede an das Leitmotiv „Hilfe zur Selbsthilfe“ der Arbeiterwohlfahrt, welches sich wie ein roter Faden durch alle Zeiten zieht: „Die Arbeiterwohlfahrt will mit ihrem Engagement dazu beitragen, dass Menschen, die in Not geraten sind, die Möglichkeiten an die Hand bekommen, sich selbst aus dieser Situation zu lösen. Der Mensch wird nicht in eine Abhängigkeit getrieben, er wird stattdessen in die Lage versetzt, sein Problem selbst anzupacken“, so Hammann.

 

Hauptrednerin auf dem Wiesengrundstück in Butzbach war die Generalsekretärin der SPD Hessen und Landtagsabgeordnete Nancy Faeser. Sie sprach die Leistungen der AWO gerade während der Zeit, als viele Menschen nach Hessen flüchteten, an. Die AWO habe sich als Helferin in einer Notsituation bewährt und trägt heute noch maßgeblich dazu bei, dass Integration gelinge. Faeser, die selbst langjähriges Mitglied bei der Arbeiterwohlfahrt ist, bedankte sich aber auch bei den vielen anderen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen bei der AWO. Sie machen eine hervorragende Arbeit. Aus ihrer Sicht habe dieses Engagement mehr gesellschaftliche Beachtung verdient.

 

Den Tag über gab es mehrere musikalische Einlagen. Den Anfang machte die AWO Trommelgruppe aus Gießen, die mit rhythmischen Klängen für gute Stimmung sorgte. Das besondere an der Gruppe ist, dass es sich um nach Deutschland geflüchtete junge Menschen handelt. In einem berührenden Beitrag bedankte sich die Gruppe bei der AWO für die Chancen und Möglichkeiten, aber auch die Sicherheit und Herzlichkeit, die sie hier vorgefunden haben. Ein anderer musikalischer Beitrag kam von den AWO Disharmonikern, eine Chor-Gruppe aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Sie luden mit bekannten Arbeiterliedern zum Mitsingen ein. Am Nachmittag unterhielt die Odenwälder Rockabilly-Band „The Riwwels“ die Gäste.

 

An verschiedenen Stationen gab es Spiel und Spaß für große und kleine Gäste. So konnte man beim Kistenstapeln seinen Mut unter Beweis stellen, eher ganz junge Gäste freuten sich über die Hüpfburg und das Kinderschminken. An einigen Ständen konnten die Besucher mehr über die Angebote der AWO kennen lernen. Ehe man sich versah, endete der Tag auf der AWO-Wiese. Die AWO Hessen-Süd zeigte sich zufrieden: „Es war ein schöner Geburtstag“, so Vorsitzender Willy Jost.